13.09.2017 03:30 | Gerrit Mai

Kaum Besserung trotz Kontrollen – Einzelhändler klagen: Ärger mit den Langzeitparkern in Wehrheim

Wehrheim Wer eine Stunde Parkzeit im alten Ortskern überschreitet, muss mit einem Knöllchen rechnen. Aber das schreckt Langzeitparker kaum ab. Stellplätze in der Straße Zum Stadttor sind oft lange vom gleichen Auto belegt.

Wehrheim. Die Parksituation in der Straße Zum Stadttor ist teilweise prekär, weil Autofahrer hier länger als die erlaubte Stunde parken. Foto: Mai
Wehrheim. Die Parksituation in der Straße Zum Stadttor ist teilweise prekär, weil Autofahrer hier länger als die erlaubte Stunde parken. Foto: Mai Bild: Gerrit Mai

Sie nehmen den Kunden, die nur eben mal schnell ein Buch, ein Geschenk, Spielzeug oder ein T-Shirt kaufen möchten, die Parkplätze weg, und sind daher für die Geschäftsleute in der Straße Zum Stadttor ein tägliches Ärgernis. Autofahrer, die auf den eingezeichneten Parkplätzen ihre Autos abstellen und erst nach Stunden wieder- kommen, obwohl nur eine Stunde erlaubt ist.

Hinzu kommen Anwohner, die auf öffentlichen Stellflächen ihre fahrbaren Untersätze Tag und Nacht abstellen. Das ist verboten, scheint Langzeitparker aber nicht zu stören. Davon wissen die Inhaber des Buchladens, des Spielwarengeschäfts und des Bekleidungsgeschäfts ein Lied zu singen. Karin Keipke vom Textillädchen hat dieses Ärgernis beim Gewerbeverein zur Sprache gebracht, aber wer meint, dass Apelle etwas nützen, der irrt, und auch regelmäßige Kontrollen bringen kaum Verbesserung.

Die Geschäftsleute haben festgestellt, dass es sich nicht selten um Kunden des Fitness-Studios handelt, die regelmäßig mehr als eine halbe Stunde Training absolvieren und die Plätze blockieren.

Geschäftsführerin Bärbel Valle kennt das Problem und weist immer wieder darauf hin. „Es gibt genügend Plätze in der Umgebung, auf denen man länger stehen kann.“ Sie könne ihren Kunden nicht vorschreiben, wo sie parken sollen, aber sie hat erkannt: „Wer einmal ein Knöllchen bezahlen musste, parkt danach woanders.“ Denn wer sich im alten Ortskern länger aufhält, den verweist Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) auf „allgemein zugängliche“ Parkplätze wie die rund ums Bürgerhaus oder in der Tiefgarage. Das war seine Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Fraktion zur Parkplatzsituation rund um die Mitte. Da es sich bei der Wehrheimer Mitte um ein gemischt genutztes Objekt handele, mussten bereits bei der Baugenehmigung von der Kommunalen Grundstücksgesellschaft der Stellplatzverordnung entsprechend auch Parkplätze nachgewiesen werden.

Deren Zahl ergebe sich aus den Quadratmetern Nutzfläche, und so sei der Gesamtnachweis entstanden, der alle Kundenfrequenzen abdecke. Sommer gab zu bedenken, dass eine Kontrolle nur schwer möglich sei, da ein Kunde während der Parkzeit mehrere Geschäfte ansteuere, was ein wichtiger Aspekt der Entwicklung der Mitte als Ergänzung und Bereicherung des Einzelhandels gewesen sei, so Sommer. Der Rathauschef verwies außerdem auf die Tiefgarage, die meist nicht voll belegt sei. Zudem sei dort das Parken in der ersten Stunde kostenfrei, danach würden 50 Cent pro Stunde fällig.

Ein Problem scheint das „Besetztschild“ zu sein, das von der Bahnhofstraße aus Richtung Usingen nicht optimal zu sehen sei, wodurch manch brenzlige Situation entstehe. „Es ist bereits ein Termin mit der Herstellerfirma vereinbart, um das zu verbessern“, so Sommer. Technische Probleme, also wenn die Ampel „Frei“ anzeigt, und dennoch alle Plätze belegt sind, könnten mit einem Anruf beim Hersteller von der Schranke aus gelöst werden. Der Rathauschef teilte auch mit, dass eine Auswertung ergeben habe, dass die Tiefgarage bisher noch nicht voll besetzt war, und es hier immer freie Plätze gebe.

Kommentare

  • Noch schlimmer finde
    geschrieben von BeatDaddy (51 Beiträge) am 13.09.2017 07:17

    ich Leute, die sich die Parkgebühren am Flughafen während ihres Urlaubes sparen wollen und dann wochenlang mit ihren Panzern die freien Parkplätze in unserer Straße belegen."Genehmigt" vom Sohn der Nachbarin..Es wird immer doller..Aber das Gute dabei ist, dass immer mehr Menschen sich gegen dieserlei Ignoranten zu Wehr setzen!

  • Parksituation Wehrheim
    geschrieben von hafirudi (10 Beiträge) am 13.09.2017 07:15

    Zunächst muß man sich klar darüber sein,es werden immer mehr Fahrzeuge auf der Straße.
    Wer auf dem Weg z.B. von der Arbeit nach Hause noch schnell etwas bei Aigner mitnehmen will,der hält auch vorm Geschäft.Dies betrifft auch viele Pfaffenwiesbacher und Friedrichsthaler.Von denen wird wohl keiner die Tiefgarage in der Mitte ansteuern.
    Der Aigner eigene Parkplatz ist oft voll belegt-zumal dort auch noch Lieferfahrzeuge stehen.
    Wenn die Parkflächen vorm Haus wegfallen und der verlotterte Parkplatz am Rewe,der im Übrigen alle Zugeständnisse bekam,auch wieder nicht zu benutzen ist,dann kauft man halt in Usingen ein.Der Weg zu Edeka oder Anderen ist von Pfaffenwiesbach aus genau so weit.
    Ein Problem und dafür gibt es Kurzparker , ist die Post im Aigner.Dienstleistungen werden gerade von den "Öffentlichen" immer mehr heruntergefahren.
    So wie die Gemeinde die Sache angeht,sieht man deutlich daß alt eingesessene Firmen uninteressant sind und ruhig schließen können.



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