11.09.2017 03:00 | Dorit Lohrmann

Weitere Mitstreiter gegen Mega-Projekt gesucht: Interessengemeinschaft "IZEDUL" kämpft weiter für Verzicht auf die Nord-Ost-Umgehung

Usingen Sollte der Entwurf für die Nord-Ost-Umgehung dem Regierungspräsidium noch in diesem Jahr vorgelegt werden, dann ist Anfang 2018 mit der Offenlegung zu rechnen. Das hat die Gegner des Entwurfs zum schnellen Handeln bewogen, sie luden Bürger und Politiker der Grünen Fraktionen aus Stadt, Land und Bund zu einer Begehung der geplanten Trasse ein.

Den Gegenvorschlag zur Nord-Ost-Umgehung zeigt dieser Plan.
Den Gegenvorschlag zur Nord-Ost-Umgehung zeigt dieser Plan. Bild: Dorit Lohrmann

Eine Umgehung zur Entlastung des Verkehrs in der Innenstadt wollen zwar alle haben. Wie diese jedoch aussehen soll, darin scheiden sich die Geister. Mitglieder der 1984 gegründeten „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Usinger Landschaft“ (IZEDUL) betrachten den vorhandenen Planungsentwurf als „Gigantomanie“.

„Der Aufwand, um den jetzigen Entwurf umzusetzen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen“, statuierte Norbert Gerhardt, stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft. Mit hohem Landschaftsverbrauch durch Flächenversiegelung, für den landwirtschaftliche Betriebe, Naherholungsgebiete und Lebensräume vernichtet würden, stünden einer fragwürdigen Verkehrsentlastung von maximal 34 Prozent entgegen. Zudem sei eine lange Bauzeit mit entsprechendem Verkehrschaos hinzunehmen. Die Kalkulation der Baukosten sei überdies veraltet. Wurde das Projekt vor zehn Jahren noch auf 27 Millionen Euro geschätzt, belaufe sich die jüngste Schätzung bereits auf 37,7 Millionen Euro.

50 Prozent Entlastung

Ein weiterer Knackpunkt für die Planungsgegner ist die errechnete Verkehrsentlastung, die von Hessen Mobil mit 50 Prozent angegeben werde. Durch die schon vorhandenen Trassen Südtangente und Heisterbachstraße sowie mit der ausgebauten L 3270 zwischen Usingen und Neu-Anspach würde ohnehin schon ein beträchtlicher Teil des Verkehrs aus der Stadt heraus gehalten. Mit der Sperrung der Innenstadt für Lastwagen von mehr als dreieinhalb Tonnen komme man dem Ziel der Entlastung noch näher.

In der Scheune des Hattsteiner Hofs lauschen Bürger und Politiker den Argumenten der „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Usinger Landschaft“ (IZEDUL) gegen die Nord-Ost-Umgehung. Foto: Dorit Lohrmann
In der Scheune des Hattsteiner Hofs lauschen Bürger und Politiker den Argumenten der „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Usinger Landschaft“ (IZEDUL) gegen die Nord-Ost-Umgehung.

Dass eine Umgehung der Innenstadt auch ohne aufwendige und die Landschaft beeinträchtigende Trassenführung möglich sei, suchten die Mitstreiter der Interessengemeinschaft anhand eigener Entwürfe darzustellen. Ihr Credo: „Zur Entlastung Usingens fehlt lediglich der Lückenschluss West.“ Dieser Streckenabschnitt würde die Südtangente ab ihrer jetzigen Einmündung in die B 275 mit der B 456 am Ortsausgang Richtung Grävenwiesbach verknüpfen. In dem Entwurf der Interessengemeinschaft spielt auch die in Diskussion stehende Brandholzspange eine Rolle.

Bevölkerung nicht informiert

Bislang, so fürchten die Planungsgegner, hätten die politisch Verantwortlichen in Usingen die Bevölkerung über Details der Planung uninformiert gelassen und auf die Offenlegung verwiesen. Teils sei mit irreführenden Thesen für die Nord-Ost-Umgehung plädiert worden.

Nun fordert die Interessengemeinschaft zunächst den Ausbau der Brandholzspange sowie nach deren Öffnung neue Verkehrszählungen unter Einbeziehung all der neuen Trassen, die bereits genutzt werden, sowie eine Neuberechnung der zu erwartenden Baukosten. Natürlich tragen sich die Gegner mit der Hoffnung, dass die neuen Ergebnisse zu einem Umdenken der Politiker und demnach auf einen Verzicht der Nord-Ost-Umgehung führen werden.

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