14.09.2017 03:30 | Sabine Münstermann

Feuerwehr erweitert Fuhrpark: Der multifunktionale Teleskopkran

Bad Homburg Feuerwehrleute kommen, wenn’s brennt. Stimmt. Tatsächlich ist das Aufgabengebiet der Feuerwehr aber sehr viel umfangreicher. Weswegen sie auch die entsprechende technische Ausstattung braucht. Und in Bad Homburg jetzt bekommen hat.

Per Fernbedienung lässt sich der Teleskopkran ausfahren – und zwar knapp 15 Meter weit. Dranhängen kann man, wie hier zu sehen, einen Wasserwerfer, aber auch eine Schaufel, einen Greifer oder einen Personenkorb. Entwickelt hat den Kran eine schwedische Firma. Bilder >
Per Fernbedienung lässt sich der Teleskopkran ausfahren – und zwar knapp 15 Meter weit. Dranhängen kann man, wie hier zu sehen, einen Wasserwerfer, aber auch eine Schaufel, einen Greifer oder einen Personenkorb. Entwickelt hat den Kran eine schwedische Firma. Bild: Jochen Reichwein

Notrufe gehen bei der Bad Homburger Feuerwehr ständig ein, und immer aus anderen Gründen. Für jeden Einsatz sind andere Hilfsmittel erforderlich. Mal ist der Keller vollgelaufen, mal brennt es, mal ist ein Lastwagen mit Gefahrgut umgekippt, mal sind Menschen im Auto eingeklemmt. „Wir müssen auf viele Szenarien vorbereitet sein, können aber nicht für jeden Fall einen Spezialwagen vorhalten. Deswegen nutzen wir künftig Mehrzweckeinsatzfahrzeuge, die wir dann in modular aufgebauten Containern für den jeweiligen Einsatz bestücken“, erklärt Branddirektor Daniel Guischard, der Leiter der Homburger Wehr.

Gut eine halbe Million Euro kostet ein solches Mehrzweckfahrzeug samt Einrichtung und Ausstattung, und die Stadt hat gleich sechs davon angeschafft – für jede Stadtteilwehr eines. „Gut investiertes Geld“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Denn die Feuerwehr nehme nun einmal ein immer mehr Aufgaben wahr. „Und mit den neuen Fahrzeugen kann sie schnell die jeweils erforderlichen Hilfsmittel aufladen“, so Hetjes weiter.

Einheitliches Bedienkonzept

Damit erweitert die Stadt nicht nur die Einsatzmöglichkeiten, sie vereinheitlicht auch gleichzeitig die Ausstattung der Stadtteilwehren. Was wiederum konzeptionell für Guischard wichtig ist, denn: „Wir wollten unsere Effizienz steigern – und das tun wir, wenn alle Stadtteilwehren die gleiche Ausstattung haben und in ihrer Handhabung im Rahmen eines einheitlichen Bedienkonzeptes geschult sind.“

Schulungen sind es denn auch, die in den kommenden Wochen für viele der hauptamtlich – 21 in Vollzeit und 16 in Teilzeit – angestellten und 350 freiwilligen Feuerwehrleute anstehen. Denn die neuen Mehrzweckfahrzeuge sind 3,8-Tonner – und dafür braucht es einen eigenen Führerschein. Auch das Bedienen der beiden neu angeschafften riesigen Wechsellader – Kostenpunkt jeweils fast 750 000 Euro – will gelernt sein. Die beiden Fahrzeuge tragen moderne Spezialcontainer, die ebenfalls je nach Einsatz mitgenommen werden. So stehen Ausrüstungen für Gefahrstoffunfälle, Notstromversorgung, ABC-Abwehr, Dekontamination und Entgiftung sowie für die Logistik von Sonderlöschmitteln bereit.

Treibgut am Bach entfernen

Die Laster verfügen zudem über eine Mehrzweck-Krananlage, die per Fernbedienung gesteuert wird. „Damit können wir nicht nur einen Kran und Winden anhängen, sondern auch Baggerschaufeln und Greifer, um zum Beispiel nach einem Unwetter zu räumen und zu bergen“, erklärt Frank Juli, der Technische Leiter der Feuerwehr. Gerade der Greifer dürfte öfter zum Einsatz kommen, denn sie können helfen, etwa am Erlenbach oder am Kirdorfer Bach Treibgut vor den Einläufen zu entfernen – bevor sich bei Unwetter dort das Wasser staut und dann plötzlich die Keller volllaufen. „Die Multifunktionalität der neuen Fahrzeuge war uns mit Blick auf solche Ereignisse immens wichtig“, betont Juli.

Insgesamt verfügt die Homburger Feuerwehr derzeit über 39 verschiedene Fahrzeuge. Demnächst kommen laut Juli ein dritter Wechsellader hinzu und ein Einsatzleitwagen, ein Rüstwagen – der derzeitige ist 25 Jahre alt – sowie ein Löschgruppenfahrzeug.

Guischard und Juli sind jedenfalls restlos begeistert von ihrem erweiterten Fuhrpark. Und sie sind nicht der einzigen. Sogar Mercedes Benz, Hersteller sowohl der sechs Multifunktionsfahrzeuge als auch der zwei Wechselladerfahrzeuge, ist von der Innovation mit hydraulischem Vorderachsenantrieb und Ladekran bei den Wechselladern so angetan, dass das Unternehmen einen der beiden Homburger Laster gerne ausleihen würde. Zur Präsentation einer Feuerwehr-Roadshow im Werk in Wörth Anfang Oktober.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wer rastet, der …?: 

Weitere Artikel aus Vordertaunus

Weitere Artikel aus Vordertaunus

Eine gemütliche Lesestunde in einer Oberurseler Kita. Solcherlei Betreuung wird von nächstem Jahr an teurer.  Archivfoto: Jochen Reichwein
Oberursel
|
Haushaltsentwurf

Kitas in Oberursel: Gebührenerhöhung kommt

Stehen hier zwar vor, wollen sonst aber hinter Rathauschef Helm (6.v.li.) stehen: Der Vorstand der Union mit Annette Hogh an der Spitze (7.v.li.). CDU-Kreisvorsitzender Banzer (4.v.re.) leitete die Sitzung.
Königstein
|
Rathauschef

CDU steht hinter Helm, nicht gegen ihn

Diese etwa 45 Parkplätze werden verschwinden, wenn hier in der Berliner Straße wie geplant Wohnungen gebaut werden.
Friedrichsdorf
|
Kostengünstiger Wohnraum

Wohnungen statt Parkplätze in Friedrichsdorf

Rubrikenübersicht