13.09.2017 03:30 | red

Wer Bioabfälle in die Restmülltonne steckt, bekommt bald Schwierigkeiten: Rote Karte für Müll-Sünder in Friedrichsdorf

Friedrichsdorf Viele Friedrichsdorfer scheren sich offenbar nicht um ihre Biotonne und werfen alle Abfälle in den gleichen Behälter. Jetzt wird es für sie ernst.

Die Biotonnen (links, mit braunem Deckel) bleiben oft leer, weil viel Bioabfall in den grauen Restmülltonnen landet. Die blaue Tonne in der Mitte ist für Plastikmüll, Metall und Verbundstoffe .
Die Biotonnen (links, mit braunem Deckel) bleiben oft leer, weil viel Bioabfall in den grauen Restmülltonnen landet. Die blaue Tonne in der Mitte ist für Plastikmüll, Metall und Verbundstoffe . Bild: Jochen Reichwein

Wer in den nächsten Tagen einen gelben Aufkleber auf seiner Restmülltonne findet, der braucht sich nicht zu wundern. Vielmehr sollte er sich fragen, was in der Tonne alles drin ist, und vor allem, was davon in die gähnend leere Biotonne daneben gehört hätte. Auch andere Wertstoffe wie Kunststoff, Metall und Verbundstoffe gehören nicht in den Restmüll, sondern, im Fall Friedrichsdorf, in die blaue Tonne. Noch in diesem Monat will die Stadt damit beginnen, die Restmülltonnen zu kontrollieren. Der gelbe Aufkleber ist als Warnung zu verstehen. Wenn sich der Tonneninhalt nicht bessert, gibt es zur Strafe einen roten Aufkleber, und die Tonne wird nicht geleert.

„Hier wird viel zu wenig Biomüll eingesammelt“, erklärte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). „Im Vergleich zum Durchschnitt im Hochtaunuskreis lag im Jahr 2016 der Anteil nur bei 42,4 Kilo pro Einwohner, im Gegensatz zu 62,6 Kilo pro Einwohner im Kreisdurchschnitt.“ Zugleich gebe es überdurchschnittlich viel Restmüll. Das lasse vermuten, dass viel Biomüll in den Restmülltonnen lande. „Wir sind in dieser Hinsicht zusammen mit Steinbach die schlechtesten im ganzen Hochtaunuskreis.“ Die größten Probleme gebe es bei Mehrfamilienhäusern, in denen mehrere Wohnungs-Eigentümer oder -Mieter ihren Müll in die gleichen Container steckten. Wer der Müllfrevler war, ist dann schwer festzustellen. „Wir reden in diesen Fällen mit den Hausverwaltungen. Die wiederum müssen die Eigentümer oder Mieter dazu anhalten, ihren Abfall ordnungsgemäß zu trennen.“ Der meiste Abfall komme aber aus Einfamilienhäusern.

Und was muss jemand tun, der sich eine roten Mülltonnen-Aufkleber eingehandelt hat? Die vollen Tonnen können für eine kostenpflichtige Sonderleerung angemeldet werden, heißt es aus der Umweltberatung. Oder der Müllfrevler sortiert den Inhalt neu und verteilt ihn auf die richtigen Tonnen. Eine sortenreine Sortierung sei keine Gängelung der Bürger, sondern eine gesetzliche Verpflichtung und auch eine Verpflichtung gegenüber der Umwelt. Außerdem sei die Verbrennung von Restmüll erheblich teurer als die Verwertung von Bioabfällen, so die Stadt. Würden dagegen weiterhin so große Restmüllmengen entsorgt, müssten die Abfallgebühren weiter erhöht werden.

Am Samstag, 7. Oktober, gibt es am Bürgerstand auf dem Landgrafenplatz Infos zur Mülltrennung. Die Abfallberater sind zu erreichen unter Telefon (0 61 72) 7 31 12 80, 7 31 12 17 sowie 7 31 13 00.

(red)

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