14.09.2017 03:30 | David Schahinian

P&R-Angebot in Kronberg: Viele Parker kommen aus Königstein

Kronberg Eine Fahrgastbefragung zeigte einen gleichbleibenden Bedarf an Park-and-Ride-Plätzen in Kronberg. Während über die Verlagerung vieler dieser Plätze nach Kronberg-Süd noch beraten wird, könnte es mit Gebühren am Bahnhof recht schnell gehen.

Die Plätze auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof sind gefragt, stehen sie doch gebührenfrei zur Verfügung.
Die Plätze auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof sind gefragt, stehen sie doch gebührenfrei zur Verfügung. Bild: Matthias Reichwein

Eine Frühschicht war angesagt: Mitte März hatten sich Mitarbeiter des Büros „R+T Ingenieure für Verkehrsplanung“ aus Darmstadt aufgemacht, um im Auftrag der Stadt die Nutzung und den Bedarf an Park-and-Ride-Plätzen am Kronberger Bahnhof sowie in Kronberg Süd zu ermitteln. Zwischen 4.15 und 10.15 Uhr wurden mehr als 550 Einsteiger befragt.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt stellten Thomas Pickel und Moritz Albrecht die Ergebnisse nun vor. Dass die Veröffentlichung so lange gedauert hat, erklärte Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) mit redaktionellen Überarbeitungen, die nötig gewesen seien.

Nur 24 Prozent

Herausgefunden werden sollte, wie viele Park-and-Ride-Plätze heute und in Zukunft in Kronberg erforderlich sind. Abgefragt wurde auch, ob die Nutzer am Bahnhof bereit sind, Parkgebühren zu zahlen. Lediglich 24 Prozent bejahten dies am Bahnhof, ist die Leistung dort bisher doch kostenfrei. In Kronberg-Süd werden bereits Gebühren erhoben, dort lag die Akzeptanz mit 45 Prozent wesentlich höher. Ebenfalls interessant: 28 Prozent der Parkplatznutzer am Bahnhof kamen aus Königstein, weitere 7 Prozent aus Glashütten oder Schmitten.

Ein Parkhaus bauen?

Unter dem Strich ermittelten die Experten einen derzeitigen Bedarf von 195 Park-and-Ride-Plätzen am Bahnhof und weiterer 22 in Kronberg-Süd. Der künftige liegt mit insgesamt 229 etwas höher und ist vor allem einem eingerechneten Bevölkerungsfaktor zuzuschreiben. Eine weitere Beobachtung der Befrager: 40 bis 45 Parkstände waren schon vor 4.15 Uhr belegt. Die Vermutung liegt nahe, dass darunter einige sind, die die Plätze dauerhaft als Parkgelegenheit nutzen.

Das Büro empfahl, das überwiegende P & R-Angebot nach Kronberg-Süd zu verlagern. Dort gebe es eine gute Anbindung an das übergeordnete Straßennetz. Zudem werde die Innenstadt geringer belastet, und auch die Potenzialflächen der Stadt für Wohnbebauung lägen allesamt näher an diesem Standort.

Die Stadt trägt sich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, dort ein mehrstöckiges Parkhaus zu errichten. Es ist eine Rechnung mit mehreren Unbekannten. Wie viele Dauerparker – die von Gebühren wahrscheinlich verschreckt würden – es tatsächlich gibt, ist nicht bekannt. Zudem befindet sich das Bahnhofsareal in Entwicklung.

Das dortige Parkdeck steht seit Anfang September aufgrund der Abrissarbeiten nicht mehr zur Verfügung. Die Umstellung auf Ersatzparkflächen im sogenannten Baufeld V verlief nach Angaben des Ersten Stadtrats Siedler reibungslos: „Die Autofahrer haben schnell erkannt, wo sich die Interimsparkplätze befinden.“

Kommentare

  • kronberg...
    geschrieben von Taunusbuerger (25 Beiträge) am

    ...wo sonst gibt man eine angebliche studie in auftrag, nachdem die entscheidung das parkhaus abzureissen längst gefallen ist...dass ein externes büro dann empfiehlt im süden eine p+r fläche zu betreiben ist ganz grosse leistung: wo denn sonst? gleich in eschborn? was hatte den die geflohene stadtentwicklungskompetenz in sachen parken geplant? achso, in kronberg gibt es morgens ja keinen stau, ich hatte vergessen...und nochwas: warum lebt eigentlich der liebe herr odszuck noch so günstig hier in einem der städtischen immobilien? gibt es keinen billig-klüngel-wohnraum in heidelberg?



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