13.09.2017 03:00 | dpa

IAA: Elektro-Offensive angekündigt

Frankfurt Die Autobranche kämpft mit den Folgen des Diesel-Skandals und gegen Fahrverbote. Auf der IAA rücken die Hersteller alternative Antriebe und autonomes Fahren in den Fokus.

Der sein Auto liebt, der schiebt. Hier einen  elektrisch betriebenen Smart, der seinen Dienst verweigerte. Links Daimler-Chef Zetsche.
Der sein Auto liebt, der schiebt. Hier einen elektrisch betriebenen Smart, der seinen Dienst verweigerte. Links Daimler-Chef Zetsche. Bild: Uwe Anspach (dpa)

Mit einer Offensive bei Elektrofahrzeugen wollen die deutschen Autobauer die Diesel-Krise hinter sich lassen. Allein Volkswagen erhöht die Investitionen in E-Autos auf 20 Milliarden Euro und plant bis zum Jahr 2025 mehr als 80 neue Autos mit Elektromotor. BMW will dem aufstrebenden US-Elektroautobauer Tesla mit einem Elektro-Coupé demnächst Paroli bieten.

Allerdings ließ der Diesel-Abgasskandal die Branche auch zum Auftakt der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) nicht los. Angesichts der anhaltenden Debatte um Diesel-Fahrverbote in Städten registriert Daimler inzwischen Besorgnis bei seinen Kunden.

„Natürlich hat die Einfahrverbots-Diskussion noch mal eine zusätzliche neue Qualität, die zum ersten Mal auch Nachfragen unserer Kunden in den Verkaufshäusern auslöst – das war vorher nicht der Fall“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. Er ergänzte, es gebe erste Anzeichen dafür, dass sich die Diskussion nach der Bundestagswahl versachlichen werde.

Diesel-Anteil sinkt

Die Autobranche ist vor der Wahl zunehmend unter Druck geraten, innovativer und umweltfreundlicher zu werden. Der Diesel-Marktanteil bei den Neuzulassungen in Deutschland geht zurück. Zugleich ist die Branche in einem grundlegenden Wandel. Schwerpunkte sind alternative Antriebe wie der Elektromotor, autonomes Fahren sowie die Digitalisierung mit immer mehr Internet im Auto.

Das gilt als die Zukunft, auch wenn die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland immer noch gering ist. Hauptgründe sind der vergleichsweise hohe Preis der Fahrzeuge, die geringere Reichweite und eine fehlende flächendeckende Lade-Infrastruktur.

VW-Chef Matthias Müller kündigte an, bis 2030 solle es für jedes der weltweit rund 300 Modelle des VW-Konzerns mindestens eine elektrifizierte Variante geben. Hintergrund ist eine „Roadmap E“ genannte Strategie – laut VW die umfassendste Elektro-Offensive in der Autoindustrie. Der Umbau ist auch Folge des Abgas-Skandals.

Greenpeace-Kritik

BMW will bis 2025 zwölf rein elektrisch angetriebene Modelle anbieten. Die Münchner zeigten das Elektro-Coupé iVision mit 600 Kilometern Reichweite. Wann das Fahrzeug in Serie geht, ist offen.

Am Diesel wollen die Autohersteller vorerst festhalten. Für die Klimaziele 2020 sei dieser Antrieb unverzichtbar, sagte BMW-Chef Harald Krüger. Von einem Verbot von Verbrennungsmotoren halte er gar nichts. Der Umweltverband Greenpeace dagegen forderte die Autoindustrie zu mehr Anstrengung auf: „Die deutsche Autoindustrie fährt auf Kollisionskurs zum globalen Klimaschutz.“

(dpa)

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