09.09.2017 03:30 | Christian Heimrich

Eintracht Frankfurt: Eintracht: Platzt gegen Gladbach schon der Knoten?

Frankfurt Eintracht-Trainer Niko Kovac will vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach keine Diskussionen über einen drohenden Fehlstart führen. Er glaubt an an seine Mannschaft.

So war es im April: Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky bejubelt nach dem Elfmeter-Drama von Mönchengladbach den Einzug ins DFB-Pokalfinale.
So war es im April: Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky bejubelt nach dem Elfmeter-Drama von Mönchengladbach den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Bild: Christian Klein (FotoKlein)

Mönchengladbach – ein Schicksalsort für Niko Kovac? Das klingt doch sehr pathetisch und würde vom immer nüchtern analysierenden Trainer der Frankfurter Eintracht auch so nicht akzeptiert.

Mit Mönchengladbach und Kovac hat es dennoch eine besondere Bewandtnis. Im Borussia-Park erlebte der Kroate sein erstes Spiel als Trainer in der Fußball-Bundesliga – und kassierte im Abstiegskampf des Jahres 2016 gleich zum Auftakt eine deutliche 0:3-Klatsche.

In Mönchengladbach hat sich die Eintracht aber auch Ende April nach einem Elfmeter-Krimi für das Pokal-Finale qualifiziert. Findige Fußball-Statistiker haben zudem herausgefunden, dass Kovac während seiner Zeit als Spieler gegen die Borussia fünf Tore erzielt hat – mehr als gegen jeden anderen Club.

„Ist das so? Ich hatte gedacht, es sei Schalke gewesen. Man lernt halt immer dazu“, witzelte Kovac gestern. Doch das war es dann schon mit den Reminiszenzen. Für die Eintracht wird es am dritten Bundesliga-Spieltag mit einer Zwischenbilanz von einem Punkt und null Toren heute (15.30) in Mönchengladbach so langsam Zeit für ein Erfolgserlebnis. Für einen Sieg zum Beispiel.

Aber ausgerechnet jetzt muss der Frankfurter Coach seine Defensive umbauen. Makoto Hasebe, der die Aufgaben im Abwehrzentrum zuletzt „außergewöhnlich gut“ (Kovac) bewältigt hat, fällt aus. Abwehrchef Hasebe wird seinem Team bis auf Weiteres fehlen. „Wir haben ihn herausgenommen“, sagt Kovac. Wieder einmal hat der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft Knieprobleme. Aber nicht im linken, an dem er nach einem Zusammenprall mit einem Pfosten in der Münchner Arena wegen eines Knorpelschadens operiert werden musste und eine lange Zwangspause erlebte, sondern im rechten. Auch dieses ist allerdings vorgeschädigt. „Das kann eine Sache von nur wenigen Tagen sein, kann aber auch länger dauern“, sagte der Trainer, „wir müssen jetzt abwarten.“

Die Vorgeschichte: Der 33 Jahre alte Japaner spürte nach dem Länderspiel gegen Australien in der WM-Qualifikation Schmerzen in seinem rechten Knie. Hasebe fiel daraufhin für die nächste Partie gegen Saudi-Arabien aus und flog vorzeitig nach Frankfurt zurück. „Er hat es im Training wieder probiert, aber es ging nicht. Wir dürfen kein Risiko eingehen“, erklärte Kovac. Eine endgültige Diagnose gibt es noch nicht.

Wie er auf diesen Ausfall reagieren wird, verriet der Frankfurter Trainer noch nicht. Er könnte von der Dreier- auf eine Vierer-Abwehrkette umstellen oder Hasebe durch den mexikanischen Nationalspieler Carlos Salcedo ersetzen. Der käme in diesem Fall zu seinem Bundesliga-Debüt. „Carlos ist sicherlich noch nicht voll da, aber auf dem Weg der Besserung. Ich bin mit seinem jetzigen Stand zufrieden. Er ist für morgen eine Alternative“, bestätigte Kovac. Der Neuzugang von Deportivo Guadalajara hatte sich beim Confed Cup in Russland an der Schulter verletzt und deshalb die komplette Saisonvorbereitung versäumt.

Und was wird aus Kevin-Prince Boateng und Last-Minute-Rückkehrer Ante Rebic? Boateng ist ein Spieler, wie Kovac ihn sich wünscht, mit großer taktischer Flexibilität. „Er kann viele Positionen spielen. Im Moment hilft er vorne sehr mit seiner Präsenz, hält zusammen mit Haller viele Bälle“, lobt der Frankfurter Trainer. Es gibt allerdings auch die Überlegung, Boateng wegen seiner strategischen Fähigkeiten beim Fordern und Verteilen von Bällen auf die Sechser-Position ins Mittelfeld zurückzuziehen. „Den Kevin kann man überall einsetzen, aber wir wollen uns für eine Position entscheiden“, sagt Niko Kovac.

Bei seinem „Ziehsohn“ Rebic, an dem er sich früher gerne gerieben hat, will Kovac gar eine grundsätzliche Wandlung beobachtet haben: „Ich glaube, dass er in der Zeit, in der er nicht hier war, über vieles nachdenken konnte. Das sehe ich.“ Der Kroate sei bei der täglichen Arbeit von der ersten bis zur letzten Minute „voll bei der Sache“ und körperlich „gut drauf“. Auch Rebic wird im Gladbach-Kader stehen.

Der Trainer gab sich gestern – wie fast immer – äußerst optimistisch, was sein Team angeht: „Ich habe hier eines gelernt: Ich lasse mich nicht durch Ergebnisse leiten. Ich lasse mich leiten, von dem, was ich sehe. Dass wir bisher erst einen Punkt haben, ist kein Weltuntergang.“Das gesamte Auftreten seiner Mannschaft gefalle ihm – deshalb ist Kovac vor der heutigen Partie im Borussia-Park nicht bange: „Die Spiele gegen Gladbach waren in der vergangenen Saison sehr intensiv, aber wir hatten dabei immer leichte Vorteile. Deshalb glaube ich, dass wir dort etwas mitnehmen können.“

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